Fledermausschutz
Fledermäuse: geheimnisvoll und faszinierend
Fledermäuse sind gefährdet!
Das Fledermausschutzprojekt
Aktion Fledermausschutz: Was kann ich tun?
FledermÄuse: geheimnisvoll und faszinierend
Ihre versteckte Lebensweise in direkter Nähe des Menschen hat den Fledermäusen
einen schlechten Ruf eingebracht. Auch heute noch fürchten sich viele Menschen
vor Fledermäusen. Mit zunehmendem Wissen über die Lebensweise dieser
merkwürdigen Tiere üben Fledermäuse jedoch auch auf immer mehr
Menschen eine Faszination aus.
Die speziellen Anpassungen dieser Säugetiere an das Leben im Flug und die
Jagd in der Dunkelheit sind einzigartig im Tierreich. Ihre eng mit menschlichen
Siedlungen verbundene Lebensweise ermöglichte Fledermäusen in der Vergangenheit
eine optimale Nutzung der traditionellen bäuerlichen Kulturlandschaft und
eine Kohabitation mit dem Menschen.
Inzwischen hat sich die Situation jedoch radikal geändert und die enge Anbindung
vieler Fledermausarten an den Lebensraum des Menschen wird ihnen zum Verhängnis.
Fast alle einheimischen Fledermausarten sind sehr selten geworden und benötigen
dringend Schutzmaßnahmen.
FledermÄuse sind gefÄhrdet!
Neben Dachböden haben alte und tote Bäume mit Höhlen eine große Bedeutung als Fledermausquartiere. Hier der Quartierbaum einer großen Kolonie der Bechstein-Fledermaus in der Gemeinde Bartringen. |
Infolge der Veränderungen in unseren Dörfern und in unserer Landschaft
sind inzwischen alle einheimischen Fledermausarten gefährdet. Die wichtigsten
Gefährdungsursachen sind:
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Das Fledermausschutzprojekt
Das Naturhistorische Museum und der Naturschutzdienst der Forstverwaltung
bemühen sich seit Jahren um den Schutz der Fledermäuse. Neben Bestandserhebungen
der einheimischen Arten gehören Aufklärung der Öffentlichkeit
und Beratung von Einzelpersonen zu den Schwerpunktthemen. Parallel dazu setzt
sich SICONA-Westen für eine Verbesserung der Lebensräume ein, durch
Pflege und Neuanpflanzung von Hecken, Bäumen und Obstwiesen.
Obwohl all diese Maßnahmen den Fledermäusen zugute kommen, herrscht
in unserer Region noch immer ein gravierender Mangel an Quartieren für
Fledermäuse. Eine besondere Rolle spielen dabei Kirchen, deren große
Dachräume hervorragende Fledermausquartiere sind, die aber meist
in den letzten Jahrzehnten vergittert wurden, um Tauben am Eindringen
zu hindern.
Um diesen Mangel zu beheben, haben SICONA-Westen, zusammen mit der
Biologischen Station Westen eine Aktion gestartet, die sich zum Ziel
gesetzt hat, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den Kirchenfabriken,
unsere Kirchen wieder als Lebensraum für Fledermäuse verfügbar
zu machen.
Dabei werden im Kirchendach oder am Kirchturm Öffnungen angebracht,
die Fledermäusen das Einfliegen ermöglichen, aber zu klein sind
für Tauben. Ähnliche Maßnahmen haben in den belgischen
Nachbarregionen bereits gute Erfolge gezeigt.
Seit 1999 wurden in insgesamt 15 der 19 Mitgliedsgemeinden des SICONA-Westen mehr als 35 Kirchen für Fledermäuse zugänglich gemacht.
Beim Renovieren der Dippacher Kirche wurden Fledermausöffnungen im Dach angebracht, damit der Dachstuhl künftig wieder als Fledermausquartier dienen kann. |
Die Fledermausgaube im Kirchendach ermöglicht Fledermäusen den Einflug. Störende Tauben können wegen der zu niedrigen Öffnung nicht eindringen. |
Aktion Fledermausschutz: Was kann ich tun?
Fledermausschutz ist nicht nur eine Sache der Gemeinden oder anderer öffentlicher Träger. Auch der Bürger kann viel für den Fledermausschutz tun:
- Naturnahe Anlage der Hausumgebung und des Gartens
- Erhalten alter Bäume mit Höhlen und Totholz
- Verzicht auf giftige Pflanzen- und Holzschutzmittel in Haus und Garten.
- Dachräume für Fledermäuse wieder zugänglich machen z.B. durch Öffnen einer Dachluke im Sommer.
- Wenn Sie bereits Fledermäuse unter dem Dach haben: Arbeiten in Dachräumen auf die Zeit von September bis März verschieben, Renovierung fledermausfreundlich durchführen
Auch Privatleute können viel für den Fledermausschutz tun. Im Bild: Kolonie der seltenen Wimperfledermaus in einem privaten Schuppen