Biotopverbund
Lebensraum vernetzen: Biotopverbund
Der Aufbau eines Biotopverbundsystems in der Gemeinde Bartringen
Lebensraum vernetzen: Biotopverbund
Die "Verinselung" unserer Landschaft
Unsere moderne Agrarlandschaft wird immer strukturärmer. Für viele Tiere ist es schwierig, sich von einer Biotopinsel zur nächsten zu begeben.
Schon lange wissen Ökologen, dass auf entlegenen Inseln deutlich weniger
Arten vorkommen, als auf dem Festland. Und zwar konnten sie feststellen,
dass die Artenzahl im Verhältnis zur Entfernung vom Festland abnimmt.
Dieser Effekt hängt logischerweise damit zusammen, dass viele Arten
eine größere Meeresstrecke nicht bewältigen und deshalb die
Inseln nie besiedeln können.
In Wäldern, die isoliert inmitten offener Landschaften lagen, konnte
der gleiche Effekt festgestellt werden: Je kleiner der Wald, desto geringer
die Artenvielfalt. Man stellte fest, dass dies, ebenso wie bei den Inseln,
damit zusammenhängt, dass viele Waldarten große, gehölzfreie
Strecken nicht überbrücken können. Der Effekt wurde deshalb "Verinselung" genannt.
Inzwischen ist diese Verinselung immer stärker in unserer Landschaft
zu beobachten: Durch Verschwinden von Strukturen wie Hecken, Bäumen,
Rainen, Brachen u.ä. in intensiv landwirtschaftlich genutzten Fluren,
durch den Bau von Straßen, die Erweiterung von Siedlungen und Industriezonen
werden immer mehr Lebensräume voneinander isoliert.
Um der Verinselung unserer Landschaft entgegenzuwirken, die Lebensräume
wieder miteinander zu vernetzen und damit Tierarten wieder eine Wanderung
von einem Habitat zum nächsten zu ermöglichen, sind gezielte Maßnahmen
notwendig: die Anlage von Biotopverbundsystemen.
Was ist ein Biotopverbundsystem?
Den komplizierten Ausdruck "Biotopverbund" haben Ökologen geprägt für Landschaftsstrukturen, wie Hecken, Baumreihen, Brachestreifen usw., die großflächige verinselte Lebensräume z.B. Wälder miteinander verbinden. Unsere moderne Landschaft ist geprägt von immer größer werdenden landwirtschaftlichen Parzellen und zahlreichen Strassen und Siedlungen, die Lebensräume zerschneiden. Deshalb gewinnt die Wiederherstellung solcher Biotopverbundsysteme für viele Tier- und Pflanzenarten immer mehr an Bedeutung.
Der Aufbau eines Biotopverbundsystems in der Gemeinde Bartringen
In der Gemeinde Bartringen sind nördlich der Route de Longwy in Richtung Dippacherberg große Bereiche mit sehr strukturarmen Landschaften. Um wieder einen Biotopverbund herzustellen wurden Gehölz- und Brachestreifen von mehr als 4 km Länge angelegt.
Hecken und Baumbestand nach Durchführung des Projektes |
Im Sommer bieten die fünf Meter breiten Streifen die einzige Deckung inmitten der abgemähten und abgeweideten Wiesen. |
Im Rahmen des Biotopverbundprojektes wurden mehr als 4 km Gehölz- und
Krautstreifen, mit einer Breite von 5 m, angelegt. Insgesamt wurden etwa
350 Bäume und 23.000 Heckensträucher gepflanzt. Die zunächst
noch kleinen Gehölze werden in einigen Jahren erheblich zur Gliederung
einer wenig strukturierten Landschaft beitragen.
Die Streifen werden einmal im Jahr im Spätsommer mit einem Spezialtraktor
mit Mähbalken gemäht. Die Bäume und Hecken sind jeweils so
gepflanzt, dass die maschinelle Mahd und Pflege der Gehölze möglich
ist.
